Dachbahnen – das Fundament für die Dacheindeckungen

Autor: CREATON Datum: 16.04.2019

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Von außen betrachtet ist am fertigen Dach nur die oberste Hülle zu erkennen – die Dacheindeckung aus Flächen-, Ortgang-, First-, Grat- und Funktionsziegeln bzw. -steinen. Die äußere Schicht besticht durch Farbe, Form sowie Material der Dacheindeckung und ist maßgeblich für die Optik des Hauses von Bedeutung. Wirft man einen Blick unter die oberste Haut des Daches, erkennt man dass ein Dachsystem aus vielen Schichten besteht – von der innenliegenden Dampfsperre bis zur wasserführenden Ebene – der Dacheindeckung. Jede dieser Lagen hat ihren Sinn, ihre Funktion und Notwendigkeit.
Die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks fordern unterhalb der Dachziegel bzw. Dachsteine eine Zusatzmaßnahme, die auf die jeweiligen Anforderungen und Rahmenbedingungen des Gebäudes abgestimmt ist. Je nach Gebäudeart und Situation sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig. Welcher Unterdachaufbau zum Einsatz kommt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

 

Zum Dachaufbau können diese Schichten zählen: 

  • Dachstuhl als konstruktive Unterlage
  • Dampfsperre (auf der Innenseite)
  • Dämmschicht
  • gegebenenfalls Schalung
  • Zusatzmaßnahme z. B. Dachbahnen (2. wasserführende Ebene)
  • Konterlattung und Traglattung
  • Dacheindeckung, z. B. Tondachziegel bzw. Betondachsteine (1. wasserführende Ebene)
 
Unterdach Funktionen

Warum ist ein Zusatzmaßnahme notwendig?

Unterdach Funktionen

Während der Bauphase
Während der Bauphase, wenn noch keine Dacheindeckung verlegt ist, kann die Zusatzmaßnahme aus Dachbahnen bei freier Bewitterung als Behelfsdeckung eingesetzt werden. Die Behelfsdeckung soll für einen begrenzten Zeitraum den regensichernden Schutz des Gebäudes übernehmen.  Wie lange dies ist, wird durch den Hersteller über die Angabe der Freibewitterungszeit festgelegt. Dachbahnen, die als Behelfsdeckung geeignet sind, müssen den Klassen UDB-A, UDB-B und USB-A entsprechen. Informationen zur Freibewitterungszeit von CREATON Dachbahnen finden Sie hier.

Als Funktionsschicht für das Bauteil Dach
Das Dach ist – wie kein anderes Bauteil des Hauses – extremsten Witterungsbedingungen ausgesetzt: Regen, Wärme, Hitze, Kälte, Wind, Schnee und Benutzungsfeuchte.

Damit das Gebäudeinnere restlos geschützt werden kann, muss eine geeignete Zusatzmaßnahme als zweite wasserführende Ebene ausgeführt werden.

  • Regensicherheit: Je nach Dachneigung, vor allem bei flachgeneigten Dächern und wenn die Regeldachneigung unterschritten wird, kann Niederschlagsfeuchtigkeit unter die Dacheindeckung gelangen. Auch bei extremen Witterungseinwirkungen wie Schlagregen, Flugschnee oder Rückstau bei Vereisungen kann Niederschlagfeuchtigkeit leicht unter die erste wasserführende Ebene treten. Diese eindringende Feuchtigkeit wird über die Dachbahn abgeleitet und im Traufbereich aus dem Bauteil Dach geführt.
  • Dampfdurchlässigkeit: Durch die Nutzung des Gebäudes entsteht Feuchtigkeit z. B. durch Duschen, Kochen und Atmen. Die Feuchtigkeit steigt im Gebäude nach oben und verlässt über den diffusionsoffenen Dachaufbau das Gebäudeinnere. Auch hier kann bei niedrigen Außentemperaturen hinter der Dacheindeckung Kondensfeuchtigkeit entstehen, die ebenfalls über die Dachbahn abgeleitet wird.
  • Wärmeschutz: Strahlt Sonne auf die Dacheindeckung entstehen unter der Dacheindeckung im Sommer schnell Temperaturen von 80° C und mehr. Die Dachkonstruktion muss diesen Temperaturen standhalten sowie das Gebäude vor der Hitze schützen.

Welche Formen der Zusatzmaßnahmen gibt es?

Bei Zusatzmaßnahmen unter Dacheindeckungen unterscheidet man zwischen Unterspannungen, Unterdeckungen, regensicherem und wasserdichtem Unterdach.
Die folgenden Angaben beziehen sich auf das Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks bzw. auf die CREATON Herstellerangaben.

 

  UNTERSPANNUNG UNTERDECKUNG REGENSICHERES UNTERDACH WASSERDICHTES UNTERDACH
UNTERLAGE Frei gespannt (ohne Unterlage) Formstabile Unterlage (z. B. Mineralwolle oder gleichwertig) Druckstabile Unterlage (z. B. Schalung oder gleichwertig) Druckstabile Unterlage (z. B. Schalung oder gleichwertig)
AUSFÜHRUNG DER NAHT- UND STOSSVERBINDUNG Lose überlappend Verklebt mit Nahtklebestreifen und/oder integrierten Nahtklebestreifen oder lose überlappt Verklebt mit Nahtklebestreifen und/oder integrierten Nahtklebestreifen Verschweißt mit Heißluftfön oder Quellschweißmittel
KONTERLATTENEINBINDUNG Unter der Konterlattung mit oder ohne Zusatz* Unter der Konterlattung mit oder ohne Zusatz* Unter der Konterlattung mit NDS, NDB oder NDM Unter der Konterlattung mit NDS oder alternativ über der Konterlattung mit dem KKS
ANSCHLUSS DER DURCHDRINGUNGEN Regensicher mit den CREATON Anschlussprodukten Regensicher mit den CREATON Anschlussprodukten Wasserdicht mit den CREATON Anschlussprodukten Wasserdicht mit den CREATON Anschlussprodukten

* Bei einer Behelfsdeckung wird der Einsatz einer Perforationssicherung mit NagelDichtStreifen (NDS), NagelDichtBand (NDB) oder NagelDichtMasse (NDM) empfohlen.

Grafik Ausführung Unterspannung

Unterspannung

Grafik Ausführung Unterspannung

Unterspannungen sind ein vollflächiges Bauteil aus Dachbahnen, die bei Steildächern unterhalb der wasserableitenden Dacheindeckung angeordnet werden. Sie soll Flugschnee oder Treibregen, der vom Wind unter die Eindeckung gelangen kann, zur Traufe ableiten. Heute werden klassische Unterspannungen meist nur noch bei untergeordneten Gebäuden oder Gebäuden ohne ausgebautem Dachgeschoss eingesetzt. Unterspannungen werden freihängend über die Sparren gespannt oder mit leichtem Durchhang verlegt. Die horizontal verlegten Bahnen sollten jeweils die darunterliegende Bahn um mindestens 10 cm überlappen.

Die klassischen einfachen CREATON Dachbahnen sind als Unterspannung je nach Eigenschaften für diffusionsoffene und hinterlüftete Dachaufbauten geeignet.

Grafik Ausführung Unterdeckung

Unterdeckung

Grafik Ausführung Unterdeckung

Unterdeckungen können auf einer formstabilen Unterlage z. B. einer Zwischensparrendämmung oder druckstabilen Unterlage z. B. einer Schalung aus Holz oder Holzwerkstoffen aufliegen. Daraus ergibt sich schon die Anwendung bei zu Wohnzwecken ausgebauten und wärmegedämmten Dachräumen. Hier sind nach dem Produktdatenblatt für Unterdeckbahnen (UDB) des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) Behelfsdeckungen der Klasse UDB-A oder UDB-B vorgesehen. Eine Unterdeckung gilt als Behelfsdeckung, wenn alle Anschlüsse und Durchdringungen regensicher ausgeführt sind. Unterdeckungen werden je nach Anforderung im Naht- und Stoßbereich verklebt und damit regensicher und winddicht ausgeführt.

Die wirtschaftliche CREATON Dachbahnen für Unterdeckungen mit hohen Ansprüchen haben zwei integrierten Selbstklebestreifen. Sie sind ebenfalls für diffusionsoffene und hinterlüftete Dachaufbauten geeignet, aber auch für Konstruktionen gemäß EnEV mit Anforderungen an die Winddichtigkeit.

Grafik Ausführung regensicheres Unterdach

regensicheres Unterdach nach Herstellerangaben

Grafik Ausführung regensicheres Unterdach

Regensichere Unterdächer müssen auf einer druckstabilen Unterlage, in der Regel ist das eine Schalung aus Holz oder Holzwerkstoffen, aufgebracht werden. In Kombination mit entsprechenden Zubehörprodukten lassen sich die hochwertigen CREATON Dachbahnen als regensicheres Unterdach entsprechend der Herstellerangabe einsetzen. Die Anbindung an die Konterlattung erfolgt bei regensicheren Unterdächern gemäß Herstellerangaben mit Nageldichtstreifen, Nageldichtband oder Nageldichtmasse (die sogenannte Perforationssicherung). Eine Perforationssicherung ist bei einem regensicheren Unterdach mit CREATON Dachbahnen Pflicht.

Die CREATON Dachbahnen für regensichere Unterdächer eignen sich für hinterlüftete und diffusionsoffene Dachaufbauten auch mit sehr flachen Dachneigungen. Außerdem können sie auch da eingesetzt werden, wo sich aus der exponierten geografischen Lage des Gebäudes oder der besonderen Dachform hohe bzw. überdurchschnittliche Anforderungen ergeben und das Dachgeschoss zu Wohnzwecken genutzt werden soll. Mit ihrer Freibewitterungszeit von vier, zehn oder zwölf Wochen sind sie als Behelfsdeckung einsetzbar.

Grafik Ausführung wasserdichtes Unterdach

wasserdichtes Unterdach nach Herstellerangaben

Grafik Ausführung wasserdichtes Unterdach

Die CREATON Dachbahn für das wasserdichte Unterdach nach Herstellerangaben ist noch hochwertiger und stabiler als die Dachbahn eines regensicheren Unterdachs. Sie erfordert ebenfalls eine druckstabile Unterlage und ist im Naht- und Stoßbereich - aber mit Heißluftföhn oder Quellschweißmittel - wasserdicht zu verschweißen. Sie besticht durch extrem hohe Zugfestigkeitswerte, höchste Alterungsbeständigkeit, eine maximale Freibewitterungszeit von bis zu zwölf Wochen und eine überdurchschnittliche UV-Beständigkeit von vier Monaten.

Das genügt nicht nur dem Anforderungsprofil diffusionsoffener, hinterlüfteter Dachaufbauten mit sehr flachen Dachneigungen, sondern kann nach Herstellerangabe in Verbindung mit dem geeigneten Zubehör auch als wasserdichtes Unterdach dienen, selbst bei hohen bzw. überdurchschnittlichen Anforderungen etwa aufgrund der geografischen Lage oder Form des Bauwerks. Das erweitert den Handlungsspielraum des Dachhandwerkers selbst bei längeren Schlechtwetterperioden bzw. vereinfacht den Aufwand für Behelfsdeckungen. Mit einem solchen System kann der Handwerker, vor allem wenn es um geringe Dachneigungen geht, die erforderlichen zusätzlichen Maßnahmen einhalten.

Welche CREATON Dachbahn eignet sich für welche Zusatzmaßnahmen?

Bei Zusatzmaßnahmen unter Dacheindeckungen unterscheidet man zwischen Unterspannungen, Unterdeckungen, regensicherem und wasserdichtem Unterdach.

 

  UNTERSPANNUNG UNTERDECKUNG REGENSICHERES UNTERDACH WASSERDICHTES UNTERDACH
UNO classic + +* - -
DUO classic + + - -
DUO longlife extra + + - -
DUO longlife ND extra + + + -
TRIO extra + + + -
TRIO longlife extra + + + -
TRIO extra + + + -
QUATTRO longlife extra + + + +

* Nur bei einer formstabilen Unterlage

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